Samstag, Februar 04, 2012

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Preise in Polen

In den letzten Wochen konnte man viel über die Preise in Polen lesen. Allerdings: Sehr Widersprüchliches. Manche Zeitung oder Internetseite berichtete über “Das Ende des Einkaufsparadieses Polen” unter Berufung auf einer Untersuchung, andere Dienste wiederum sprachen schon wieder von einer Renaissance des Billigshoppings in Polen. Um die zahlreichen Fragen, die uns zu diesem Thema erreicht haben, einmal allgemein zu beantworten, geben wir an dieser Stelle eine kleine Zusammenfassung unserer Beobachtungen und Einschätzungen.

Wir möchten dabei gern zwei Dinge unterscheiden, und zwar die Preissituation und den Wechselkurs zwischen dem Zloty und dem Euro.

Die Preise in Polen sind in vielen Branchen, insbesondere bei “anfassbaren Produkten”, weitgehend auf dem aus Deutschland gewohnten Niveau. Unterschiede gibt es oft nach Herkunft der Produkte: So sind zum Beispiel Turnschuhe von internationalen Marken in Polen gelegentlich teurer als in Deutschland. Auch Elektronik ist selten billiger. In einigen Branchen mit harten Preiskämpfen in Deutschland – zum Beispiel bei Unterhaltungselektronik oder bei Lebensmitteln – sind viele Produkte in Polen sogar merklich teurer. Bei anderen ist dies wieder anders, zum Beispiel bei aus Polen stammenden Marken oder Gemüse und Obst aus Polen. Denkt man an den Kauf höherpreisiger Güter, kommt man also um einen direkten Preisvergleich nicht herum: Ein Möbelstück kann in Polen, in Berlin oder in Freiburg am billigsten sein; eine pauschale Aussage gibt es nicht. Es hilft nur der individuelle Vergleich. Hier kann – bei teurer Produkten – das Polen-Netzwerk auch bei der Recherche behilflich sein. Der Sonderfall Benzinpreise soll hier nicht ausgiebig behandelt werden: Zurzeit sind – in erster Linie bedingt durch den Wechselkurs – die Preise deutlich niedriger als in Deutschland. Das war aber auch schon anders, in den letzten Monaten. Auch hier gilt wie bei vielen anderen Dingen: Im Landesinneren und in kleineren Städten sind die Preise oft niedriger als direkt an den Grenzen oder in den großen Zentren.

Beim Wechselkurs dagegen ist es ein wenig anders: Hat der Zloty gegenüber dem Euro in den letzten Monaten doch sehr gewonnen und damit zu einer erheblichen Verteuerung Polens aus deutscher Sicht geführt, so gibt es nun einen gegenläufigen Trend. Der Zloty hat in den vergangenen Tagen erheblich an Wert gegenüber dem Euro verloren. Wie nachhaltig und stabil dieser Trend, man blicke auf die weltweite Finanzkrise, sein kann, können wir nicht verlässlich einschätzen. Wir empfehlen daher regelmäßig einen Blick auf unsere Informationsseite zu diesem Thema, bevor die Reise beginnt.

Tourismus in Polen: Angleichung der Preise und Veränderung der Gästestruktur

Qualität statt Quantität, anspruchsvoll statt billig, Natur statt Billigpartymeile: Es zeichnete sich schon seit einiger Zeit ab, doch 2008 scheint die Veränderung im Tourismus in Polen vollzogen zu sein. War das Land bisher von vielen Gästen geprägt, die preisorientiert gebucht haben, sind diesen Gästen angesichts der steigenden Preise die Argumente ausgegangen. Dem entgegen stehen die zum Teil erheblichen Investitionen der Gastwirte in die Unterkünfte und der Tourismuszentren in die Infrastruktur: Die Qualität steigt.

Noch lassen sich viele Schnäppchen machen, aber zum Beispiel kaum mehr in der Hochsaison. Und: Wer einen hochwertigen und qualitativ anspruchsvollen Urlaub verbringen möchte, hat mittlerweile eine sehr vielfältige Auswahl. Die Schere zwischen sehr aufwändigen Urlaubsarten und Günstig-Urlauben ist erheblich auseinandergegangen, wie zahlreiche Berichte bestätigen. Die Infoseite Polen berichtet beispielsweise über den Anstieg bei hochwertigen Kurreisen, auch weil Zuschüsse von Versicherungen möglich sind. Auch Geschäftsreisen stoßen weiterhin auf großes Interesse. Der Ferienwohnungsmarkt hingegen scheint, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter der Überschrift “Abschied vom Schnäppchenparadies” ausführlich darstellt, einen Maximalwert erreicht oder gar überschritten zu haben. Beim Verkaufsgeschäft von Ferienimmobilien befürchten einige Experten demnach sogar einen Kollaps des Marktes aufgrund stark gestiegener Preise und zusätzlich geschaffenen Objekten.

Unserer Einschätzung nach haben sich die Kauf- und Verkaufsmärkte für Ferienimmobilien auf hohem Niveau stabilisiert, zumindest in den Hochburgen des Tourismus. Auch die zahlreichen Neubauten können den nach wie vor, insbesondere aus dem polnischen Inland, nachfragestarken Markt kaum negativ beeinflussen. Insbesondere Objekte in guten Lagen – zentral oder am Wasser – dürften weiterhin sehr begehrt sein. Die erheblichen Preissteigerungen der letzten Jahre dürften allerdings der Vergangenheit angehören.

Was Mietpreise von Ferienwohnung und Ferienhäusern anbetrifft, finden bereits erste Korrekturen nach unten beziehungsweise Stabilisierungen statt. Viele Gastwirte haben die obere Preisgrenze ausgetestet, so dass nun eine Konsolidierung anstand. Allem Anschein nach, wird ab der Frühjahrssaison 2009 eine deutliche Stabilisierung der Preise zu erwarten sein. Und das bei steigender Qualität.